Unsere Lebensweise

Was macht unser Leben als Augustiner Chorfrauen aus?

  • Gebet und Eucharistie - die Mitte unseres Lebens
    Die Gebetszeiten ziehen sich wie ein roter Faden durch unseren Alltag und spannen ein Netz aus, von dem wir uns getragen wissen. Das gemeinsame Gebet wird ergänzt durch das private Gebet jeder einzelnen Schwester.

  • Das Evangelium - unsere Quelle
    Das Evangelium ist Richtschnur für unser Handeln. Wir wollen mit unserem Leben Salz für die Erde und Licht für die Welt sein.

  • Leben in Gemeinschaft - ein zentraler Aspekt augustinischer Spiritualität
    Augustinus' Vorstellung ist, dass die Brüder und Schwestern "wie ein Herz und eine Seele" in Gott sein sollen. Jede Schwester trägt nach ihren Möglichkeiten zur Gestaltung des Gemeinschaftslebens bei.

  • Verwurzelung an einem Ort - Standhaftigkeit im Glauben
    Wir Schwestern bleiben in der Regel in dem Kloster, in das wir eingetreten sind, und werden nicht versetzt. 

  • Gottes- und Nächstenliebe - unser Motor
    Die Liebe ist schon bei Augustinus das Fundament für christliches Handeln. "Vor allen Dingen, liebe Schwestern, sollt ihr Gott lieben, sodann den Nächsten; denn das sind die Hauptgebote, die uns gegeben sind" (Augustinusregel). Wenn wir uns von der Liebe leiten lassen, können wir nicht falsch handeln.
    Unsere Ordensgründer setzten ähnliche Akzente: "Omnibus prodesse - obesse nemini" (Allen nützen, niemandem schaden) ist das Leitwort Pierre Fouriers - und Alix le Clerc ermahnte ihre Schwestern: "Gott sei eure ganze Liebe!"

  • Aufgaben im Bereich der Bildung und Erziehung - unser Apostolat von Anfang an
    Unser Orden wurde 1597 in Mattaincourt (Lothringen - Frankreich) gegründet mit dem Ziel, Mädchen und jungen Frauen einen kostenlosen Zugang zu Bildung zu ermöglichen. Diesem Apostolat bleiben wir bis heute treu: überall, wo es Augustiner Chorfrauen gibt, gibt es Schulen! Die Schule ist demnach das eigentliche Feld unseres apostolischen Auftrags. Wir halten uns aber auch für Anrufe offen, die andere erzieherische Tätigkeiten erfordern (aus den Konstitutionen, I. 75).

  • Leben in Klausur - ein Ort des Rückzugs und der Sammlung, aber nicht der Abgrenzung
    Die Klausur - so nennen wir unseren Wohnbereich, der nur uns Schwestern vorbehalten ist - schafft für uns Voraussetzungen für einen Raum der Stille, der uns hilft, uns und unser Leben immer wieder neu auf Gott auszurichten und Kräfte zu sammeln für unser Gemeinschaftsleben und für unseren Dienst in der Schule (aus den Konstitutionen I. 27).

  • Autonomie der einzelnen Klöster - vernetzt mit anderen Klöstern unserer Föderation
    Jedes Kloster ist selbstständig, es gibt kein Mutterhaus. 

Bausteine für ein Leben nach dem Vorbild unserer Ordensgründer

 

Einige weise Ratschläge für das Geistliche und das Zeitliche, quer durch die Korrespondenz Pierre Fouriers, von dem zahlreiche Briefe erhalten sind, und aus den geistlichen Schriften von Alix le Clerc:

 

 

"Bemüht euch, alle eure Werke in Liebe und aus Liebe zu tun."

(Pierre Fourier)

 

"Geht so sanft und liebevoll mit denen um, die mit euch zu tun haben,

dass niemand einen gerechtfertigten Grund hat, sich zu beklagen."

(Pierre Fourier)

 

"Gott sei eure ganze Liebe."

(Alix le Clerc)

 

"Bedenkt immer: eine Schule ist weit davon entfernt, eine geschützte Insel zu sein;

sie muss teilhaben am Leben - am Leben des Marktortes, des Dorfes, der Gegend.

Die Schule ist Teil eines Gesamten, Spiegel des Lebens."

(Pierre Fourier)

 

"Betrachtet die Personen nicht im Allgemeinen, so wie sie streng genommen

und auf dem Niveau der Vollkommenheit sein müssten,

sondern wie sie sind oder sein können,

und nehmt sie dann entsprechend den Schwächen userer Natur

und der Unvollkommenheit unseres Jahrhunderts."

(Pierre Fourier)

 

"Die wahrhaft Demütigen sind immer in Frieden mit Gott, mit den Menschen und mit sich selbst.

Und was noch mehr zu schätzen ist, sie sind manchmal sogar mit ihren Widersachern in Frieden."

(Alix le Clerc)

 

"Die Barmherzigkeit ist schön,

aber sie soll begleiet sein von Klugheit und reiflicher Überlegung

und sie soll nicht durch allzu große Eile schaden."

(Pierre Fourier)

 

"Alles, was ihr tut, alle eure Handlungen, alle eure Worte, sind von großer Bedeutung,

weil sie als Spiegel, als Regel und Beispiel denen dienen sollen, die nach euch kommen."

(Pierre Fourier)

 

"Es scheint mir auch, dass mein Geist weit davon entfernt ist, etwas von sich selbst zu halten.

und dass alle meine Hoffnungen und mein ganzes Vertrauen auf der göttlichen Güte und Vorsehung beruhen.

Und das bringt mich dazu, scheint mir, oft Dinge zu unternehmen, die meine Leistungsfähigkeit übersteigen."

(Alix le Clerc)

 

"Kann es ein größeres Glück geben, als Jesus als Gast seines Herzens zu haben?"

(Pierre Fourier)

 

"... dass die Einfachheit eine wichtige Haltung ist, die Gott von einer Seele verlangt, um sich ihr ganz mitzuteilen..."

(Alix le Clerc)

 

"Omnibus prodesse - obesse nemini. Allen nützen, niemandem schaden."

(Pierre Fourier)

 

"Eilt euch nicht zu sehr in euren Entschlüssen.

Wir sind in den Angelegenheiten Gottes nicht immer verpflichtet,

uns der Eile anderer Leute anzupassen."

(Pierre Fourier)

 

"Mache dein Herz weit für Gott und den Menschen."

(Pierre Fourier)

 

"Wir müssen uns in die Zeiten zu schicken wissen, in denen wir uns befinden,

und durch sie hindurch, indem wir fest, beständig und mutig bleiben

in demütiger Geduld und vollkommener Gelassenheit."

(Pierre Fourier)

 

"Man muss Gott lieben um der Liebe zu ihm selbst willen."

(Alix le Clerc)

 

"Man muss sich darüber freuen, dass Gott und den Menschen

an mehreren Orten und von unterschiedlichen Personen gedient wird.

Denn je mehr gute Menschen sich finden, um Gutes zu tun, umso besser wird Gott gedient."

(Pierre Fourier)

 

"Lasst Gott ein wenig machen, der weiser ist als ihr."

(Pierre Fourier)

 

"Die Wohnung Gottes in unserer Seele bereiten...

Nachdem wir unseren Herrn, der unser wahrer Friede ist, gesucht und gefunden haben,

müssen wir uns bemühen, seine glückselige Gegenwart zu genießen,

und es uns angelegen sein lassen, ihm eine seiner Größe angemessene Wohnung zu bereiten.

Erschrecken wir nicht über unsere Armut, denn er selbst wird uns geben, was wir brauchen, um unser Werk zu vollenden.

Er verlangt von uns nur Treue und ein wenig Mühe, um das Talent zu ntzen, das er uns in die Hand gibt."

(Alix le Clerc)

 

"Nichts überstürzen, nichts vernachlässigen."

(Pierre Fourier)

 

"Wenn man irgendeine Bitte unserem Herrn vorzutragen hat für Dinge, die einem sehr am Herzen liegen,

muss man, kurz zusammengefasst, soweit man sich erinnert, alles Gute durchgehen,

das man aus seiner freigebigen Hand empfangen hat, ihm dafür danken

und dann seine Bitte mit Vertrauen vortragen."

(Pierre Fourier)

 

"Geben wir uns also Mühe, Ihm in unserem Herzen einen Tempel zu bereiten, damit Er darin in Frieden ruhen kann

und damit auch wir in dieser Welt und in Seinem ewigen Königreich für immer uns bei Ihm ausruhen.

Das geeignete Material, um dies Gebäude aufzurichten, sind die echten und soliden Tugenden, auf die wir aufbauen müssen.

Und um mit einem festen, sicheren Fundament anzufangen, müssen wir die Demut für die Mutter aller Tugenden halten."

(Alix le Clerc)

 

"Verhandelt alle Dinge mit allen Arten von Personen

sanft, liebenswürdig, mit Vernunft, mit Gebet und mit Wohlwollen."

(Pierre Fourier)

 

"Wenn man gern mit Gott spricht, ist das ein Zeichen, dass man ihn liebt."

(Pierre Fourier)

 

"Gewähre mir, Herr, dass du in mir seist und ich in dir

und dass wir, so vereinigt, immer zusammen bleiben können.

Denn du bist wahrhaft mein Vielgeliebter, erwählt unter Tausenden;

meine Seele hat Gefallen daran gefunden, bei dir zu bleiben

und sich auszuruhen alle Tage ihres Lebens."

(Alix le Clerc)

 

"Die Ohren unserer Seele ganz öffnen, um zu hören, was er uns sagen möchte."

(Pierre Fourier)

 

"Liebt Gott, sodann liebt euch selbst;

sodann, nach diesen beiden Gegenständen eurer Liebe, liebt euren Nächsten wie euch selbst.

Lernt jedoch, zuerst euch selbst zu lieben, und auf diese Weise werdet ihr sodann verstehen, euren Nächsten zu lieben,

denn wenn ihr nicht versteht, euch selbst zu lieben, wie könnt ihr dann für euren Nächsten echte Liebe haben?"

(Pierre Fourier)

Sechs gute Ratschläge Pierre Fouriers

Der erste, in großer Liebe zu leben und uns in einer engen Einheit zu erhalten

trotz aller Anstrengungen der Welt und der Unterwelt.

 

Der zweite, uns zu demütigen im Herzen, im Geist und in der Tat

und alle unsere Sorge auf diese Tugend zu richten.

 

Der dritte, untereinander mit großer Offenheit und Herzlichkeit zu verkehren

und alle Hinterhältigkeit, Doppelzüngigkeit und List zu verbannen

wie schreckliche Ungeheuer, wie eine Pest für den menschlichen Umgang und ein Gift für alle Tugenden.

 

Der vierte, unsere persönlichen Interessen zugunsten jener der Gemeinschaft zurückzustellen

und nie unseren eigenen Vorteil zum Nachteil der Gemeinschaft oder eines einzelnen Mitglieds zu suchen.

 

Der fünfte, alles mit Beratung zu tun.

 

Der sechste, auch bei der geringsten unserer Unternehmungen zum Gebet Zuflucht zu nehmen.

 

(aus dem Testament Pierre Fouriers für die Chorherren Salvatoris Nostri)